„SAP ERP Pricing for the Digital Age“: SAP regelt endlich Indirekte Nutzung – Video

Nach einem Jahr Wartezeit äußert sich SAP mit seinem Whitepaper „SAP ERP Pricing for the Digital Age“ endlich zur Indirekten Nutzung und beantwortet damit einige offene Fragen. Ganz geklärt ist die Sache aber immer noch nicht …

Seit längerer Zeit herrscht dank spektakulären Rechtsstreits und vagen Äußerungen zur indirekten Nutzung bei vielen SAP Usern Verwirrung, was wie lizenziert werden muss. Um endlich Licht ins Dunkel zu bringen, hat SAP nun einen Zusatz zum Whitepaper vom letzten Jahr herausgegeben, das Aufschluss bringen soll. Im neuen Whitepaper wird unter anderem erklärt, dass Kunden nur noch für 9 spezielle Dokumenttypen zahlen müssen – und zwar nur zu der Zeit ihrer Erstellung im SAP System und nicht generell, um auf diese mithilfe von Drittsoftware zuzugreifen oder diese zu ändern. Allerdings gelten diese neuen Regeln nur, wenn man das neue Preismodell übernimmt.

Das neue ERP Preismodell

Das neue ERP Preismodell besteht neben dem zentralen Digital Core aus drei Teilen:

  • dem SAP Application Access (für den man keine zusätzlichen Lizenzen braucht),
  • dem Direct Human Access (der über die User Lizenzen geregelt wird)
  • und dem Indirect/ Digital Access (in dem es nun die Dokumentlizenzen geben wird).

Für mehr Informationen, schaut euch das Video an:

Indirect Access wird zu Digital Access

Der mittlerweile wahrscheinlich schon zu negativ behaftete Begriff Indirekte Nutzung (Indirect Access) bekommt nicht nur einen neuen, wohlklingenderen Namen (Digital Access), sondern wird auch erklärt:

„Indirect/Digital Access is when people or things use the Digital Core without directly logging into the system. It occurs when humans, any device or system, indirectly use the Digital Core via non-SAP intermediary software, such as a non-SAP front-end, a custom-solution, or any other third-party application. It also occurs when non-human devices, bots, automated systems, etc. use the Digital Core in any way.”

In mancher Hinsicht kann man dieses neue Modell als bahnbrechend bezeichnen, weil es seinen Fokus auf IoT und eine Cloud-basierte Zukunft setzt. Aber um eins klarzustellen: Es gibt immer noch viele Lücken, um die sich SAP kümmern muss – zum Beispiel bei der Frage, wie SAP mit Kunden umgeht, die nicht auf das neue Preismodell umsteigen möchten. Man muss aber auch sagen, dass diese neuen Richtlinien einen wichtigen Schritt in Sachen Transparenz und Vereinfachung darstellen.

Um den Digital Access noch genauer zu definieren, nennt SAP im Whitepaper 9 Arten von Dokumenttypen, die eine Lizenzierung erfordern:

  • Sales Document
  • Invoice Document
  • Purchase Document
  • Service & Maintenance Document
  • Manufacturing Document
  • Time Management Document
  • Quality Management Document
  • Material Document
  • Financial Document

Genaue Preise stehen noch nicht fest. Wenn man aber in die Vergangenheit schaut, war SAP in der Hinsicht noch nie besonders auskunftsfreudig. Die nächsten Monate und vor allem die Reaktionen der Kunden werden aber zeigen, wie die Geschichte weitergeht.

Wie soll ich mich als SAP Nutzer verhalten?

Für SAP Nutzer gibt es nun drei Wege mit dem neuen Preismodell umzugehen:

1. Möglichkeit: Den alten Vertrag behalten und nichts unternehmen.
2. Möglichkeit: Lizenztausch – Sie behalten Ihren bestehenden Vertrag und fügen eine Ergänzung hinzu, die die indirekte Nutzung klar regelt.
3. Möglichkeit: Vertragsumstellung in Verbindung mit einer Migration (innerhalb des alten Systems oder S/4HANA).

SAP hat seinen Teil erfüllt und die verschiedenen Optionen genannt – nun ist es an den Nutzern, genau abzuwägen, was der richtige Weg für sie ist. Bleibt man bei seinem alten Vertrag, muss man ein Auge auf eventuell auftretende indirekte Nutzung haben. Die Frage ist auch, ob man durch Stillhalten der Füße nicht besonders in den Fokus von SAP gerät.

Nehmen Sie die Vertrags-Ergänzung in Anspruch, sind Sie in Sachen indirekter Nutzung auf der sicheren Seite. Zudem haben Sie die Chance, alte, nicht mehr gebrauchte Lizenzen gegen die neuen Dokumentlizenzen einzutauschen. Bitte achten Sie aber darauf, dass sich keine weiteren Passagen im Vertrag ändern, ohne, dass Sie es merken.

Eine Vertragsumstellung mit einer Migration sollte auf keinen Fall übereilt und ganz genau überdacht werden. Eine gut organisierte Migration kann auch viele Vorteile bringen. Genauere Informationen finden Sie beispielsweise in unserem Webinar „S/4HANA Migration – Fluch oder Segen“. Bei den Vertragsbedingen müssen Sie ganz genau aufpassen, dass sich außer der Passage zur indirekten Nutzung nicht auch andere Änderungen einschleichen (z.B. eine Lizenzierung nach Berechtigungen) und sie alte Vorteile verlieren.

Fazit

Das Whitepaper kann als erster Schritt gesehen werden, das Thema indirekte Nutzung zu definieren – Sie sollten aber nicht aufhören, Fragen zu stellen und weitere Klärung einfordern. Wir unterstützen Sie gerne bei allen Fragen rund um die Indirekte Nutzung und halten Sie weiterhin auf dem Laufenden.

Eine Info zum Abschluss: Im Whitepaper wird genannt, dass es demnächst ein Tool von SAP geben wird, dass die Kosten der Dokumenten-basierten Lizenzierung kalkulieren soll. Unser Lizenzoptimierungstool wird Ihnen schon bald objektive Zahlen bieten. Damit können Sie vergleichen, wie Sie im Moment vertraglich aufgestellt sind und wie die neue Lizenzierung bei Ihnen aussehen könnte. Melden Sie sich bei uns!

Quelle: http://news.sap.com/wp-content/blogs.dir/1/files/Pricing_for_Digital_Age_Overview.pdf

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