Wird noch immer heiß gekocht: SAP NetWeaver Foundation for Third Party Applications

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Für SAP Anwender ist die SAP NetWeaver Foundation Lizenz das neue Damokles Schwert der SAP Lizenzierung. Nachdem SAP im Februar verkündet hat, die Lizenz vorerst nicht mehr einzutreiben, ringt die DSAG mit den Walldorfern noch immer um eine finale Entscheidung. Jetzt gab es eine erste Meldung.

 

Der Hintergrund

SAP Kunden haben es bei der Lizenzierung ihrer User und Systemlandschaften nicht leicht, insbesondere seitdem SAP in ihren Audits und bei der Lizenzvermessung die indirekte Nutzung von SAP Daten ins Visier nimmt. Seit 2015 versuchen SAP Vertriebler bei ihren Kunden die „NetWeaver Foundation for Third Party Applications“-Lizenz einzutreiben. Bis dahin musste jedoch noch kein SAP Kunde für Eigenentwicklungen oder Add-ons auf Basis der NetWeaver-Technologie zahlen. Interessanterweise ist diese Lizenz aber schon immer Bestandteil der PKL (Preis- und Konditionsliste).

Der Aufschrei der SAP Community war denkbar groß als dieser Abschnitt plötzlich als Grundlage für die Lizenzierung gelten sollte. Auch die Software-Wirtschaft lief gegen das Vorgehen der SAP Sturm. Schließlich hat eine ganze Industrie ihre Existenz darauf aufgebaut, Dienstleistungen auf der SAP Plattform anzubieten. Ein Schlichtungsversuch zwischen der DSAG, der deutschsprachigen SAP Anwendergruppe, und der SAP führte im Februar dieses Jahres zu einem ersten Ergebnis. SAP verkündete, die Lizenz vorerst nicht mehr einzutreiben. Doch damit war das Thema nicht vom Tisch.

 

Noch immer keine finale Einigung im Fall SAP NetWeaver Foundation

Es ist eine trügerische Sicherheit, in der sich SAP Kunden derzeit wägen. Das zeigt nun auch eine Meldung der DSAG an ihre Mitglieder. Nach der angekündigten „Ergebnispräsentation“ vom 23. März war es lange Zeit ruhig geblieben (siehe unsere Meldung dazu). Dann kam die Nachricht: Nichts ist entschieden. Man kann sich nur wundern und versuchen zwischen den Zeilen zu lesen.

Worauf müssen sich SAP Anwender also einstellen? Auf der DSAG Website heißt es, es

wird angestrebt, die Lizenzierungspflicht für 3rd Party Szenarien bei den Verträgen die vor 2010 geschlossen wurden, nicht aktiv zu verfolgen.“

Das würde also bedeuten, dass Lizenzen, die vor 2010 erworben worden, die NetWeaver-Technologie ohne zusätzliche Gebühren nutzen können. Die Grundlage für diese Entscheidung sind die sogenannten Runtime-Nutzungsrechte, die den Anwendern erlauben, die Produkte

einschließlich aller Änderungen und Erweiterungen“

zu nutzen. Deshalb ist hier eine NetWeaver-Foundation-Lizenz nicht nötig.

 

Wie geht es weiter?

Nach wie vor gilt: solange es keine endgültige Entscheidung gibt, wird SAP die Netweaver Foundation Lizenz nicht verkaufen. Allerdings wird eine finale Regelung noch voraussichtlich bis zu drei Monate auf sich warten lassen. Tatsache ist, dass es keine Alternative zur Nutzung der NetWeaver-Technologie gibt. Dessen ist man sich bei SAP durchaus bewusst und es scheint unausweichlich, dass die Kunden dafür zahlen müssen. Die SAP beschwört zwar im Interesse aller Kunden eine zeitnahe Entscheidung treffen zu wollen, aber die Entscheidung selbst auch im Interesse der Kunden sein wird, das wird sich erst noch zeigen müssen.

 

Quelle: Deutschsprachige SAP-Anwendergruppe e.V., Update April 2017: Netweaver Foundation, https://www.dsag.de/news/update-april-2017-netweaver-foundation, 04.04.2017

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