FAQ Indirekte SAP-Nutzung – Alles, was Sie wissen müssen

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Über die letzten Monate hinweg haben wir in unseren Webinaren und Kundengesprächen immer wieder wichtige Fragen gehört, die unsere Kunden bezüglich der indirekten Nutzung beschäftigen. Da viele SAP-Kunden bei der indirekten Nutzung vor den gleichen Problemen stehen, finden Sie hier einige der gesammelten Fragen und Antworten.

Sind über das kommende USMM-Tool auch Geschäftspartner- und Fachakten, die als volumenbezogene Lizenzierung von SAP Records Management bzw. XFT-Suite lizenziert sind, vermessbar?

Vermessen wird alles wie immer. Wie auch in der Vergangenheit kommen eventuell neue Vermessungsprodukte hinzu. Was neu ist, erfährt der Kunde im SAP Marketplace in den aktuellsten Hinweisen. Danach werden alle verrechnungsrelevanten Produkte vermessen. Genauso wird es mit den Dokumenten sein, die indirekt erzeugt wurden.

Wie grenzt sich die neue Metrik zu bestehenden Metriken (NetWeaver Foundation for 3rd Party Applications; Multichannel Foundation) ab?

NetWeaver Foundation for 3rd Party Applications ist eine Lizenz für Applikationen, keine für indirekte Nutzung.

Welche Applikationen/Drittsysteme legen die nach der neuen Metrik relevanten Dokumente an? Können Sie hierfür Beispiele nennen?

Beispiele wären z.B. Salesforce, wenn dieses System automatisch die generierten Aufträge ins SAP schickt. Oder auch jedes Zeiteinlasssystem, bei dem die Mitarbeiter ihre Ankunfts-/Endzeiten eingeben und diese automatisch im SAP gebucht werden.

Legen ggf. heutige Drittsysteme bereits entsprechende Dokumentenklassen-Anlagen an und was wären hierfür Beispiele?

Die mit eventuell von Drittsystemen erzeugten Dokumente werden dann voraussichtlich zusätzlich kostenpflichtig.

Auf welcher Rechtsgrundlage wird die neue Metrik auch für Bestandskunden mit zum Teil initialen SAP-Verträgen aus 2002/2004 ggf. relevant?

Die Messung der indirekten Nutzung trifft alle, egal wie alt die Verträge sind. Es handelt sich hier um ein neues Package, welches bezahlt werden muss, wenn die Engine (in dem Fall extern erzeugte Dokumente) benutzt wird.

Wie hoch sind die zu erwartenden Strafzahlungen? Oder handelt es sich dann auch um die normalen Lizenzgebühren?

Das ist pauschal nicht zu sagen. Aber Nachzahlungen werden immer auf dem Listenpreis und eventuell noch auf entgangene Maintenance-Gebühren berechnet. Da es hier noch keine Definition zur Vergangenheit gibt, werden einfach die gefundenen erzeugten Dokumente in Rechnung gestellt.

Könnten Sie ein paar Beispiele für Dokumententypen nennen?

· Sales Document
· Invoice Document
· Purchase Document
· Service & Maintenance Document
· Manufacturing Document
· Time Management Document
· Quality Management
· Document Material Document
· Financial Document

Hier gibt es mehr Infos zum Whitepaper von SAP, in dem die Dokumente vorgestellt wurden.

Wird es einen Preis pro Dokument geben?

 

Price List Item Metrics Price / Sales Unit Currency Additional information
SAP Digital Access, up to 1,000,000 units Documents 0,50 EUR Available for both ERP and S/4HANA
SAP Digital Access, 1,000,001 to 5,000,000 units Documents 0,40 EUR Available for both ERP and S/4HANA
SAP Digital Access, 5,000,001 to 10,000,000 units Documents 0,35 EUR Available for both ERP and S/4HANA
SAP Digital Access, 10,000,001 to 15,000,000 units Documents 0,30 EUR Available for both ERP and S/4HANA
SAP Digital Access, 15,000,001 to 30,000,000 units Documents 0,25 EUR Available for both ERP and S/4HANA
SAP Digital Access, 30,000,001 to 60,000,000 units Documents 0,20 EUR Available for both ERP and S/4HANA
SAP Digital Access, above 60,000,000 units Documents 0,15 EUR Available for both ERP and S/4HANA

Zur Bezahlung der Lizenzgebühren hat SAP ein Stufenmodell entsprechend der jährlich genutzten Menge entwickelt. Das Pricing beginnt bei 0,50 EUR pro Dokument und sinkt ab einer jährlichen Dokumentenzahl von >60 Millionen auf 0,15 EUR. Die Tatsache, dass die höchste definierte Stufe mehr als 60 Millionen Dokumente umfasst (entspricht 9 Millionen EUR Lizenzgebühren), zeigt mit welchem Umsatz die SAP hier bei ihren Kunden rechnet. Entsprechend der jährlichen Dokumenten-Nutzung kauft man den korrekten Block an Dokumenten einmalig als Perpetual License, auf den dann jährlich die übliche Wartung anfällt. Mit steigendem Bedarf an Dokumenten in der Zukunft muss dann jeweils jährlich nachlizenziert werden.

Bitte beachten Sie, dass SAP bei erstellten Dokumenten auf der Ebene von „line items“ zählt. Ein Beispiel: Wird über eine Salesforce-Schnittstelle automatisch ein Sales Order mit 10 line items im ECC-System angelegt, so schlägt dieses Sales Order bereits mit 10 resultierenden Dokumenten zu buche.

Wie kann ich bereits „heute“ die zu erwartenden Messergebnisse von „morgen“ analysieren/erhalten? Bietet VOQUZ hierfür ein Tool oder einen Service an?

Am 31. Juli 2018 hat SAP sein Tool zur Analyse der indirekten Nutzung veröffentlicht. Dieses schätzt die jährliche Nutzung von Geschäftsdokumenten ein, die über Nicht-SAP-Anwendungen erstellt wurden.

Allerdings ist das Tool noch nicht ganz ausgereift, wodurch Kunden weiterhin mit Einschränkungen rechnen sollten. Dadurch ergibt sich auch die Frage, ob eine zu genaue Ermittlung indirekter Nutzung überhaupt in SAPs Sinne liegt.

Bedenken Sie, dass die Ergebnisse von SAPs eigenen Audit Tools auch zukünftig keine objektive Entscheidungsbasis für Lizenzierungsfragen liefern wird, und von Haus aus immer die Verhandlungsposition der SAP begünstigt.

Umso wichtiger ist es, in Sachen indirekter Nutzung selbst für eine objektive Datenlage zu sorgen, z.B. mit samQ. Nur wer seine Lizenzposition genau kennt, hat die Möglichkeit das für sich beste und langfristig günstigste Preismodell zu verhandeln.

Die SAP will meines Wissens in der USMM 2.0 auch Berechtigungen untersuchen. Wird diese Umstellung Konsequenzen für Kunden haben?

Man kann Berechtigungen untersuchen, allerdings kann man dabei nur nach ganz bestimmten Transaktionen und Objekten gehen. Es gibt unheimlich viele Customer Code-Vorgänge, die man nicht analysieren kann. Es kann sich also nur um Standards handeln. Das Berechtigungssystem ist nicht trivial und kann unter Umständen nur per Hand im Audit vermessen werden. Natürlich hätte das Konsequenzen.

Wichtig ist es, Ihren Vertrag zu prüfen und bei Zusatzvereinbarungen auf das Kleingedruckte zu achten.

Indirekte Nutzung – sind das auch Service User?

Die Art der Kommunikation spielt dabei keine Rolle. Das heißt, Service User sind davon auch betroffen, wenn sie beispielsweise mit Drittanbieter-Applikationen durch eine technische RFC-Schnittstelle an die SAP angebunden sind.

Werden alle Lizenznehmer von SAP aktiv informiert? Und wann passiert das? Unter R/3 oder erst mit Conversion auf S/4HANA?

SAP informiert im Augenblick aktiv die Unternehmen. Auch im DSAG-Portal findet man wertvolle Hinweise dazu.

Alle wichtigen Infos zur indirekten Nutzung finden Sie in unserem neuen Whitepaper!

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