Indirekte Nutzung – Was ist 2018 passiert? Was kommt 2019 auf uns zu?

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Hat man nach dem DSAG-Jahreskongress noch gedacht, es gäbe in Sachen indirekter Nutzung jetzt eine kleine Verschnaufpause, kommt SAP am Jahresende doch noch mit der ein oder anderen „Weihnachtsüberraschung“ um die Ecke. Auf der DSAG hörte man heraus, dass die indirekte Nutzung erst nächstes Jahr spezifiziert wird, wenn die genaue Zählung der lizenzpflichtigen Dokumente durch die USMM möglich ist. Bis dahin hat man noch Ruhe – dachte man zumindest. Stattdessen geht SAP jetzt dazu über, die indirekte Nutzung in einem Unternehmen einfach zu schätzen. Getoppt wird diese Geschichte nur noch von den Gerüchten, dass es 2019 schon wieder ein neues Lizenzmodell geben soll.

Was ist die letzten 10 Monate passiert?

Im Frühjahr eröffnete SAP, wie sie sich die Lizenzierung der indirekten Nutzung vorstellt und veröffentlichte ihre Definition. Demnach werden 9 unterschiedliche Dokumententypen lizenzpflichtig, wenn sie nicht durch SAP-lizenzierte Mitarbeiter oder durch SAP-Technologie generiert wurden. Wie SAP das unterscheiden will, bleibt vorerst ein Geheimnis.

Drei Monate später veröffentlichte SAP dann den „Hinweis 2644139“, mit dem der Kunde den zukünftigen Lizenzbedarf schon einmal ungefähr ermitteln konnte. Das Blöde an der Geschichte war nur, dass dabei einfach alle Dokumente gezählt und angezeigt wurden, egal ob indirekt oder direkt angelegt.

Und jetzt? Aussagefähig geht anders…

Wir haben damals aus der Not eine Tugend gemacht und die automatische Datenanalyse in samQ zur indirekten Nutzung um die Analyse des Hinweises erweitert. Denn weiß man erst einmal, wo die kritischen Schnittstellen sind, kann der SAP-Hinweis nur noch das ausspucken, was wirklich indirekte Nutzung ist.
Dadurch war man also „save“.

Mittlerweile hat SAP den Hinweis in seiner aktuellen Version in die USMM eingebaut. Brav spuckt die USMM jetzt einen riesigen Berg an erzeugten Dokumenten aus – egal, ob direkt oder indirekt. Damit ist alles erledigt, könnte man sich als unbekümmerter SAP-Kunde denken. Aber so einfach kommen Sie natürlich nicht davon.

Die Idee der SAP: Aus der Masse an erzeugten Dokumenten lässt sich doch sicher Umsatz generieren! Hier und da versteckt sich in der Menge der Daten sicherlich ein wenig indirekte Nutzung. Am besten wäre doch, wenn man die Firmen dafür schon einmal vorsorglich zur Kasse bittet.

Was heißt das für mich als SAP-Kunden?

Ganz einfach: Kunden, die sich noch nie mit dem Thema indirekte Nutzung beschäftigt haben, werden plötzlich mit einem Berg an erzeugten Dokumenten konfrontiert, die von der USMM gemessen wurde. Dabei geht SAP ganz einfach davon aus, dass in der Fülle an Daten mit Sicherheit indirekte Nutzung zu finden ist.

Allerdings kann SAP im Moment noch nicht messen, wie viele Fälle der indirekten Nutzung es tatsächlich sind. Daher die glorreiche Idee der SAP: indirekte Nutzung einfach schätzen.

Augenblicklich wird also ein Prozentsatz der Dokumente als geschätzte indirekte Nutzung von der SAP aufgerufen und verhandelt – ohne genaue Zahlen.

Sie als Unternehmen haben keine Ahnung, wie viel davon tatsächlich indirekt ist. Aber beweisen, dass davon nichts indirekt ist, können Sie auch nicht. Also müssen Sie wohl bezahlen, oder?

Nein, müssen Sie nicht! Denn mit dem richtigen Lizenzmanagement können Sie den nötigen Gegenbeweis bringen. Zum einen geht das manuell, ist dann aber mit einem sehr hohen Aufwand verbunden. Zum anderen können Sie dafür ein Tool wie samQ benutzen.

Mit dem gesammelten Wissen konfrontieren Sie dann Ihren SAP-Accounter und weisen nach, was wirklich indirekt erzeugt wurde. Mit ein wenig Aufwand können Sie am aufgerufenen Wert so ein bis zwei Nullen streichen. Außerdem wissen Sie schon vorher, was auf Sie zukommen könnte – vielleicht ist die aufgerufene Summe sogar sehr positiv für Sie, es ist ja eine Schätzung. Wenn Sie jetzt so verhandeln, dass dies die Maximalsumme ist, sind Sie fein raus und haben Geld gespart.

Die Gefahr scheint erst einmal gebannt. Jedoch droht für 2019 schon das nächste Unheil …

2019 schon wieder ein neues Lizenzmodell?

So turbulent wie dieses Jahr endet, geht es nächstes Jahr wohl auch weiter. In der SAP-Community wird gemunkelt, dass SAP im Frühjahr 2019 schon das nächste Lizenzmodell präsentieren wird. Auslöser dafür könnte eine Kartellrechtsbeschwerde sein, die beim Bundeskartellamt Bonn eingereicht wurde. Ein neues Lizenzmodell zum „Digital Access“ soll rechtliche und Nutzer-Beschwerden beseitigen. Ein Detail in der aktuellen SAP Preis- und Konditionenliste (PKL) lässt darauf schließen, dass SAP sein Lizenzmodell zur indirekten Nutzung noch einmal verändert – weg von einer dokumentenbasierten Abrechnung hin zu einer transaktionsbasierten.

Wie auch immer die ‚never ending Story‘ der indirekten Nutzung weitergeht, wir halten Sie über alle Neuerungen auf dem Laufenden und beraten Sie gerne zur weiteren Vorgehensweise.

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