Indirekte SAP-Nutzung – Kommt 2019 schon wieder ein neues Lizenzmodell?

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Wie vor kurzem berichtet, wurden zum Jahresende Stimmen laut, es gäbe im Frühjahr 2019 schon das nächste Lizenzmodell zur indirekten Nutzung von SAP. Dieser Verdacht erhärtet sich, wenn man einen Blick in die Fachpresse wirft. Besonders ein Artikel von Stefan Autengruber (License Ethics) mit dem dazugehörigen Kommentar von Peter Färbinger im E-3 Magazin lässt einen als SAP-Kunden aufhorchen.

Die Hintergründe

Der Bundesverband der IT-Anwender VOICE e.V. hat bereits Anfang 2018 eine erste Kartellrechtsbeschwerde gegen SAP eingebracht. Als Antwort darauf präsentierte SAP dann das neue Modell „Indirect Digital Access.“ Aber auch darauf antwortete VOICE mit einer Kartellrechtsbeschwerde, denn das neue Modell widersprach den gleichen EU-Rechten wie schon zuvor. Als logische Konsequenz muss nun also ein drittes Lizenzmodell von SAP folgen.

Wie wird das neue Lizenzmodell aussehen?

Das neue Lizenzmodell müsste so gestaltet sein, dass es nicht mehr gegen EU-Rechte verstößt. Laut Autengruber wird SAP dabei folgende Punkte berücksichtigen: „Erstens, der reine Datenaustausch bleibt (wird) lizenzfrei. Zweitens, Datenaustausch mit Nutzung von SAP-Funktionalität wird kostenpflichtig. Drittens, Named User und Dokumente sind über die Industrien zu unterschiedlich; es werden vergleichbare (und angemessene) Messeinheiten benötigt.

Daraus abgeleitet ergibt sich die folgende SAP-Strategie: Im Frühjahr 2019 wird das dritte Nutzungsmodell für ‚indirekte‘ Nutzung vorgestellt: Dieses ist transaktionsbasiert und stellt jeden Programmzugriff unter Lizenzpflicht, der extern ausgelöst wird. Reiner Datenaustausch bleibt (wird) lizenzfrei.“

Vom transaktionsbasierten zum dokumentenbasierten Modell und wieder zurück

Damit soll das im Moment noch dokumentenbasierte Lizenzmodell wohl wieder auf Basis von Transaktionen umgestellt werden. Ein Hinweis aus der SAP-Preisliste untermauert diesen Verdacht: „Kunden sei geraten, die neue Position ‚SAP OpenHub for S/4 HANA‘ zu beachten. Achtung: Es gibt keine OpenHub-Technologie in ‚S/4HANA‘. Wozu ein Produkt mit Lizenzpflicht für etwas, das es nicht gibt? Wer noch genauer hinsieht, bemerkt, dass SAP die eigene Nomenklatur nicht einhält. In „SAP OpenHub for S/4_HANA“ ist ein Leerzeichen. Damit ist es kein ‚S/4HANA‘-Produkt mehr. Ich gehe davon aus, dass ein Schreibfehler vorliegt, und ersuche, dass SAP diesen Produktnamen korrigiert, um weitere Verwirrung zu vermeiden. Wäre SAP OpenHub for ‚S/4_HANA‘ nämlich kein ‚S/4HANA‘-Produkt, bestünde mehrfache Lizenzpflicht beim Datenaustausch, was fatale Folgen hätte.“

Gibt es am Ende doch ganz andere Gründe?

Peter Färbinger, Herausgeber und Chefredakteur des E-3 Magazins sieht hinter SAPs Vorgehensweise das Thema „indirekte Nutzung“ weiter zu pushen noch ganz andere Gründe: „Dieses SAP’sche Lizenzmodell ist zu einer der wichtigsten ‚Waffen‘ im Arsenal der Walldorfer geworden. Warum? Cloud Computing ist ein Erfolgsmodell, aber nicht bei SAP. […] Entweder wird der Lizenzumsatz durch die Sonderposition ‚indirekte Nutzung‘ erhöht oder man gewinnt zusätzliche Cloud-Anwender. Weil dieses Vorgehen stringent, aber vielleicht nicht ganz legal ist, wird es SAP mit einem neuen Lizenzmodell versuchen.“

Obwohl wir alle dachten, das Thema indirekte Nutzung wäre mittlerweile gegessen und verdaut, liegt es wohl doch schwerer im Magen als angenommen. Es bleibt also weiterhin spannend und wir werden Sie informieren sobald es dazu neue Informationen gibt.

https://e-3.de/2019/01/31/sap-lizenzmodell-2019-vs-voice-dsag/

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