Oracle und Microsoft schmieden Cloud-Pakt

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Oracle und Microsoft, einst erbitterte Konkurrenten, haben sich zu einer Allianz im Bereich Cloud-Interoperabilität zusammengeschlossen, die sowohl für deren Kunden als auch für die beiden Anbieter von Vorteil ist.

Oracle und Microsoft wollen die Interoperabilität ihrer jeweiligen Cloud-Plattformen verbessern und gemeinsamen Kunden zusätzliche Bereitstellungsoptionen bieten. Sie zeigen auf, wie der Wettbewerb in der Cloud zu unwahrscheinlichen Allianzen führen kann.

Welche Vorteile bietet die Zusammenarbeit?

Unternehmen, die Produkte der beiden Konzerne einsetzen, profitieren von der Möglichkeit, Azure AI-Dienste mit der autonomen Datenbank von Oracle zu verknüpfen oder Oracle ERP-Anwendungen auf Azure mit einem Oracle Exadata-Backend auszuführen.

Diese Konfigurationen erscheinen in Bezug auf die Systemlatenz möglicherweise nicht intuitiv. Ziel der Partnerschaft ist es jedoch, dies durch eine direkte Verbindung zwischen dem Rechenzentrum von Oracle Cloud Infrastructure in Ashburn, Virginia, und der Azure Region im Osten der USA zu berücksichtigen. Beide Unternehmen planen, in Zukunft weitere Regionen hinzuzufügen.

Andere Cloud-Interoperabilitätsmaßnahmen umfassen die einheitliche, einmalige Anmeldung zwischen den beiden Clouds. Darüber hinaus können Oracle Application Shops das Azure Active Directory für die Identitätsverwaltung verwenden, diese Funktion ist bereits in einer frühen Vorschau verfügbar. Die Unternehmen erwarten auch, ein Modell für die Zusammenarbeit bereitzustellen, obwohl derzeit nur wenige Details zur Funktionsweise vorliegen.
Insgesamt scheint der Deal sowohl den Anbietern als auch ihren gemeinsamen Kunden zu nützen.

Unternehmen bekommen so, was sie wollen – sie können die Oracle-Datenbank auf die effizienteste Art und Weise betreiben und alle anderen Aufgaben mit Azure erledigen.

Bei der Integration des Identitätsmanagements hatten die Kunden bereits einen manuellen Prozess. Oracle und Microsoft werden nun die Aufgabe übernehmen und die Integration unterstützen. Mehrere gemeinsame Oracle-Microsoft-Kunden lobten die Partnerschaft bereits öffentlich.

Wie profitieren die Unternehmen davon?

Für Oracle und Microsoft ergänzt die Partnerschaft die Technologien und Kundenstämme des jeweils anderen. Laut Anderson stellt AWS eine größere Bedrohung für Oracle auf der Datenbankebene dar als Microsoft SQL Server. Die ERP-Systeme von Oracle richten sich hauptsächlich an den Mittel- und Hochleistungsmarkt, während Microsoft Dynamics bei kleineren Unternehmen beliebt ist.

Für Oracle besteht mit dieser Kooperation die Möglichkeit, das eigene Geschäft auszuweiten. Microsoft ist für Oracle in bestimmten Bereichen kein echter Wettbewerber. Daraus wollen beide Unternehmen Synergie-Effekte ziehen.

Der Cloud-Pakt scheint mehr als reine technische Investitionen zu repräsentieren. Es ist nicht sofort klar, wie Oracle und Microsoft ihre Rechenzentren miteinander verbunden haben. Erstere hatten jedoch bereits FastConnect und letztere ExpressRoute angeboten. Beide bieten Verbindungen mit hoher Bandbreite zwischen den lokalen Umgebungen eines Kunden und der Cloud.

Oracle und Microsoft passen gut zu dieser Art von Partnerschaft, da sie bei großen Unternehmenskunden verankert sind, was AWS oder Google nicht von sich behaupten können.

Microsoft Azure folgt AWS in Bezug auf die Verankerung in der öffentlichen Cloud und verzeichnet stetige Zuwächse. Eine Partnerschaft mit Oracle, einem weiteren etablierten IT-Anbieter für Unternehmen mit nur geringen Überschneidungen, stärkt definitiv den Fall von Microsoft bezüglich seiner Cloud-Dienste.

Wie geht es weiter?

Ob es einen potenziellen Interoperabilitätspakt zwischen Oracle und Google Cloud geben könnte, ist bisher nicht diskutiert worden. Aber einer mit AWS scheint angesichts der öffentlichen Auseinandersetzung zwischen Oracle- und AWS-Führungskräften eher unwahrscheinlich. Der Vorsitzende und CTO von Oracle, Larry Ellison, sagte, dass die Oracle-Datenbank in der Cloud des Unternehmens viel schneller läuft als AWS – was er auch regelmäßig auf der Oracle Open World demonstriert, während AWS-Chef Jassy die Migration der Verbraucherdivision weg von der Oracle-Datenbank angepriesen und AWS-Dienste wie Redshift als eine gangbare Alternative für Oracle-Datenbankkunden positioniert hat .

Dennoch sind viele wichtige Oracle-Softwareprodukte seit Jahren auf AWS verfügbar und für AWS zertifiziert, wenn auch nicht als vollständig verwaltete Services.

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