Die Zeichen deuten: SAP’s Pricing für Indirekte Nutzung zeigt, wo es künftig hingehen wird

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In dem Blog-Post „Modern Pricing for Modern Times“, äußert sich SAP zum ersten Mal zum Streitthema indirekte Nutzung. Im Vorfeld hat eine Reihe hochbrisanter Gerichtsverfahren für Verunsicherung in der SAP Community gesorgt.

Während seiner Rede auf der SAPPHIRE NOW 2017 sagte SAP SE CEO Bill McDermott: „Ich weiß, dass das Thema indirekte Nutzung viele beunruhigt, also bringe ich es auf den Punkt. Geistiges Eigentum zu schützen und dieses gleichzeitig wirtschaftlich zu nutzen, ist nicht so leicht in Einklag zu bringen.“ Wir waren bei der Keynote dabei und es hat nicht gerade viel Applaus oder Begeisterung seitens des Publikums für McDermotts Worte gegeben. Obwohl man sich kundenfreundlich gibt, hat die Ankündigung wenig Klärung gebracht. Diese dürfte es sobald auch nicht geben, denn indirekte Nutzung ist eine recht profitable Einnahmequelle, weshalb SAP wohl wenig an ihrem Vorgehen im Auditfall oder bei Rechtsstreitigkeiten ändern wird.

 

 

Insgesamt gab es Änderungen bei den drei Szenarien Procure-to-Pay, Order-to-Cash und Indirect Static Read Access. Während die ersten beiden Änderungen jetzt widerspiegeln, wie SAP Engines auf Volumenbasis lizenziert werden, bestätigt die Erlaubnis eines kostenlosen indirekten, statischen Lesezugriffs nur das, was bereits vorher galt: Kundendaten, die in SAP gespeichert sind, gehören dem Unternehmen, nicht SAP. In der Vergangenheit hat das in Walldorf aber bislang niemanden davon abgehalten, diese Nutzung zu monetarisieren.

Ich möchte Sie dazu ermuntern, zwischen den Zeilen zu lesen. Eine Nutzung, bei der Daten außerhalb von SAP über dynamische Schnittstellen angezeigt werden (z.B. wenn man auf einen Button klickt und aktuelle oder Echtzeit-Daten angezeigt werden), gilt immer noch als indirekte Nutzung und erfordert eine korrekte, vertraglich geregelte Lizenzierung. Aber mit welcher Lizenz und zu welchem Preis? Das hat SAP nicht gesagt. Die Verantwortung bleibt bei den Kunden. Diese müssen ihre IT-Landschaft untersuchen und anhand ihrer Schnittstellennutzung eine entsprechende Risikoanalyse ableiten.

Deshalb sollten Sie nicht zu voreilig Ihre bestehenden Verträge um die neue Definition zu Indirect Static Read ergänzen lassen. Es stellt keine neuen Informationen zur Verfügung und wir haben auch noch nicht das Kleingedruckte zu lesen bekommen. Eine weitere, bekannte Tatsache, auf die ich hier noch hinweisen möchte, wird in diesem Zitat von SAP aus ihrem Blog-Post deutlich:

If you’re fully licensed, there’s no action for you. However, if you’re questioning whether you are under-licensed, let’s talk about it. We want customers to proactively engage us on this topic. SAP assures customers who proactively engage with SAP to resolve such under-licensing of SAP software that we will not collect back maintenance payments for such under-licensing.”

So war es auch bisher. Deshalb schlagen wir vor, dass SAP-Kunden ihre eigene Lizenzierungsstrategie entwickeln, die auf ihrem ROI für die Nutzung von Drittanwendungen und Eigenentwicklungen basiert und ihr Budget für SAP-Investitionen berücksichtigt. Unsere Checkliste für indirekte Nutzung bleibt deshalb aktuell: machen Sie Ihre Schnittstellen ausfindig, ermitteln Sie, welche Daten darüber ausgetauscht werden, und entwickeln Sie Ihre Lizenzierungsstrategie abhängig von der Nützlichkeit und dem ROI der Schnittstelle.

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